Unsere Teilnehmerin Diana Hasan ist erst vor 3 Jahren von Syrien nach Österreich gekommen und steht schon am Beginn ihrer Karriere als medizinische Assistentin. Was ihr dabei geholfen hat und warum Scheitern wichtig auf dem Weg zum Traumjob ist, erzählt sie im #futurefactory Erfolgsinterview.
Was ist dein nächstes Karriereziel?
Ich beginne bald in einem Radiologie-Zentrum als Röntgen-Assistentin in Teilzeit zu arbeiten. Mein Karriereziel ist viel Arbeitserfahrung zu sammeln und neben dem Job die Matura beim Abendgymnasium nachzuholen – da fehlen mir noch 5 Semester. Langfristig gesehen will ich nach der Matura studieren, vielleicht im medizinischen Bereich. Ich will immer etwas Neues lernen – mit 20 Jahren bin ich noch jung. Einfach gut planen und ein Ziel vor Augen haben, das ist das Wichtigste.
Wie bist du zu dem Job gekommen?
Meine beste Freundin arbeitet dort. Von ihr habe ich gehört, dass sie Mitarbeiter:innen suchen. Ich schickte dann meinen Lebenslauf an ihre Chefin und wurde zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen.

Ich habe die Ausbildung als zahnärztliche Assistentin begonnen, aber nicht fertig gemacht. Das waren sechs Monate, und auch als Ordinationsassistentin konnte ich Erfahrung sammeln.
Mir gefällt die Arbeit im medizinischen Bereich. Ich bin kommunikativ, kann gut mit Patient:innen umgehen und es gibt mir ein schönes Gefühl Menschen zu helfen.
Warum hast du die Ausbildung zur zahnärztlichen Assistenz nicht fertiggemacht?
Das ist eine schwierige Frage. Ich hatte das Gefühl, dass ich nicht am richtigen Platz bin. Ich war nicht motiviert in die Arbeit zu gehen. Ich glaube man muss, bevor man eine Ausbildung gewinnt, einen genauen Plan haben. Ich bin erst seit 3 Jahren in Österreich, hier kann man als junger Mensch vieles probieren, um herauszufinden, was man beruflich machen möchte.
Wie hat dir die #futurefactory bei deinem Ziel geholfen?
Ich habe hier sehr viel gelernt. Alle sind sehr freundlich – du hast das Gefühl du bist zuhause. Hier sind alle Frauen – wir haben eine Teilnehmerinnen-Küche, die wir zum gemeinsamen Essen nutzen.
Die Trainerinnen und Coachinnen helfen uns sehr. Die Module wie Deutsch, Mathe, Englisch, und IT sind so wichtige Fächer, die wir für die Vorbereitung für eine Ausbildung oder einen Aufnahmetest brauchen. Wir machen auch Ausflüge – wir waren letzte Woche im Wien-Museum. Es gibt auch Workshops, wo du herausfinden kannst, welcher Beruf zu dir passt.
Was rätst du jungen Frauen, die noch nicht wissen, was ihr Berufsziel ist?

Einfach mal alleine nachdenken und zuerst einmal niemanden fragen. Niemand wird mit dir im Job jeden Tag arbeiten und dir helfen. Du musst alleine herausfinden, was du machen kannst und was deine Ziele sind. Die wichtigsten Fragen sind, was du machen willst und welchen Job du ein Leben lang ausüben möchtest. Habt keine Angst vor Fehlern und probiert Verschiedenes aus.
Fehler zu machen ist ein wichtiger Teil im Leben – wenn einem das mal passiert, muss man nicht gleich aufhören. Schlechte Gefühle zu haben ist ok. Einen Tag weinst du, den nächsten Tag lachst du. Ohne Fehler kannst du nichts Neues lernen. Das ist nicht die letzte Chance, nur weil wir mal scheitern. Wir haben immer Chancen.
Du bist erst seit 3 Jahren in Österreich. Was hat dir am meisten geholfen hier anzukommen?
Mein erstes Ziel war so schnell wie möglich Deutsch zu lernen. Wenn du kein Deutsch in Österreich kannst, dann kannst du nichts erreichen. Die Kurse speziell für junge Menschen am Jugendcollege haben mir sehr geholfen. Da habe ich die Deutsch-Kurse B1 und B2 für Fortgeschrittene besucht. Manchmal ist es schwierig, man denkt „Ich schaffe das nicht.“ Aber einfach weitermachen, nicht stoppen. Mit Geduld, Zeit und einem Ziel vor Augen ist alles möglich.
G.A., #futurefactory



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