Unsere Teilnehmerin T.T. hat die Ausbildung zur medizinischen Verwaltungsassistentin erfolgreich geschafft. Wie ihr Praktikumserfahrung und der Erfahrungsaustausch mit anderen Frauen dabei geholfen haben, könnt ihr im #futurefactory Erfolgsinterview lesen.
Was ist dein nächstes Berufsziel?
Ich möchte als Ordinationsassistentin arbeiten, vielleicht auch in anderen medizinischen Bereichen. Zuerst einmal möchte in die Richtung weitermachen, in der ich meine Ausbildung als medizinische Verwaltungsassistentin gemacht habe.
Wie lange hat diese Ausbildung gedauert?
Die Ausbildung dauerte vier Monate. Ich finde für eine Berufseinsteigerin, die nicht viel Wissen hat, eignet sich diese Ausbildung auch gut, denn frau lernt viel medizinisches Wissen. Aber wir haben auch viel über Administration und Kommunikation gelernt.
Wie bist du zu dieser Ausbildung gekommen?

Ich bin zur #futurefactory gekommen und die Coachinnen und Trainerinnen haben mir sehr geholfen. Ich habe mich zuerst informiert, wie das Anforderungsprofil für diesen Beruf ausschaut – welche Fähigkeiten ich brauche. Dazu habe ich auch viele Tests hier gemacht. Danach habe ich die nötigen Dokumente für die Anmeldung zur Ausbildung gesammelt.
Im Bereich medizinische Verwaltungsassistentin gibt es in Wien nur 4 Schulungszentren. Du musst dich genau informieren welches für dich in Frage kommt. Ich habe mich für MedicSystems entschieden, weil die einem auch gleich mit Praktika helfen. Das wichtigste ist deine:n AMS-Berater:in zu überzeugen, dass du diese Richtung machen willst. Denn die werden den Kurs nicht finanzieren, wenn du nicht bereit bist dafür.
Wie hast du die Finanzierung beantragt?
Ich habe zuerst ein zweiwöchiges Praktikum absolviert, dann ein Motivationsschreiben und einen neuen Lebenslauf geschrieben. Meine Coachin Frau O. hat mir auch ein Empfehlungsschreiben mitgegeben. Mit einem Empfehlungsschreiben hast du mehr Chancen. Es wäre auch gut, wenn du schon eine Stellenzusage hast.
Hast du dir das Praktikum selbst gesucht?
Ja, ich habe Freundinnen gefragt, ob sie einen Arzt oder eine Ärztin kennen. Und so bin ich zu einem Praktikum bei einer Hausärztin gekommen. Nach dem Praktikum habe ich mich für die Ausbildung zur medizinischen Verwaltungsassistentin, nicht zur Ordinationsassistentin. Denn die dauert länger und beinhaltet ein 2-monatiges Praktikum.

Der Kurs zur medizinischen Verwaltungsassistenz dauert vier Monate mit einem vierwöchigen Praktikum. Mein Praktikum war in einem Labor – ich hatte zwar wenig Kontakte zu Patient:innen, konnte aber viel über medizinische Begriffe und Administration lernen.
Wie ist der Aufnahmetest für das Schulungszentrum abgelaufen?
Frau muss volljährig sein und gute Deutschkenntnisse haben. Es war ein dreiteiliger Test. Einmal ein Grundwissenstest und ein Diktat, wo wir das Diktat niederschreiben und formatieren mussten. Da sind einige durchgefallen, weil sie nicht wussten, wie man einen Brief schreibt. Ich habe als Prüfungsvorbereitung auch viel zum Beruf recherchiert.
Wenn man den schriftlichen Teil geschafft hat, wird man am nächsten Tag zum Aufnahmegespräch eingeladen. Da ist wichtig zu überzeugen, warum du an diesem Job interessiert bist, was deine Motivation ist.
Warum möchtest du diesen Beruf ausüben?
Was mich interessiert ist das Organisieren und der Kontakt mit den Patient:innen. Das habe ich schon als Kind gemocht, wenn man zur Ordination geht und alles schnell erledigt wird. Du kannst auch weiter zur Ordinationsassistentin aufsteigen.
Was ist jetzt noch einmal der Unterschied zwischen einer medizinischen Verwaltungsassistent:in und einer Ordinationsassistent:in?
Medizinische Verwaltungassistent:innen dürfen Patient:innen nicht anfassen. Sie dürfen alle mit einem Knopf steuerbaren Geräte wie ein Blutdruckmessgerät bedienen, aber kompliziertere Sachen wie EKG oder Blutabnahmen darf nur die Ordinationsassistent:in machen. Als Ordinationsassistent:in verdienst du auch mehr.

Welche Skills braucht frau für den Beruf?
Neugierde, Motivation, Zielstrebigkeit und Optimismus. Wenn du mit einer negativen Einstellung reingehst, wirst du es nicht schaffen. Denn wer wird an dich glauben, wenn du nicht selbst an dich glaubst?
Wie hat dir die #futurefactory bei deinem Berufsweg geholfen?
Wir hatten viele Ausflüge und Workshops zu verschiedenen Berufen. Auch die Teilnehmer:innen haben mir geholfen, indem sie mir von ihren Berufs- und Lebenserfahrungen erzählten. Wir hatten auch die Bewerbungswerkstatt im EDV-Raum, wo wir zu Jobs recherchieren und Bewerbungen schreiben konnten. Das fand ich gut, weil nicht alle einen Computer und Drucker zuhause haben.

Mir hat auch sehr gut gefallen, dass wir unter Frauen sind – unter Menschen, die dich verstehen. Ich habe hier viele neue Menschen und Perspektiven kennengelernt. Du kannst frei reden und verschiedene Themen ansprechen. Das hat mir bei meiner persönlichen Charakter-Entwicklung geholfen, weil ich gelernt habe, dass man die eigene Meinung nicht verdrängen, sondern aussprechen kann.
Was würdest du jungen arbeitslosen Frauen raten?
Macht viele Praktika – es wird euch nicht schaden, aber es steht im Lebenslauf und dann habt ihr mehr Chancen. Einfach nur verschiedene Berufsbereiche ausprobieren.
G.A



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