Allgemein, Eindrücke der Teilnehmerinnen, Exkursionen, Frauen

Wir waren auf Ausflug …

Die #futurefactory war wieder unterwegs auf kultureller Tour in Wien. Ein Bericht über Hightech-Musikwelten, fehlende Frauen und kaiserliche Betten.

Zuerst ging es ins Haus der Musik. Auf vier Stockwerken kann frau die Welt der Töne und Klänge erforschen. Unser Tipp: Unbedingt die Klangtreppe im Stiegenhaus ausprobieren. Die Stufen erzeugen bei jedem Tritt Töne.

Virtuelle Hightech-Klänge

Für viel Spaß sorgte das virtuelle Walzer-3D-Würfelspiel, das in der Ausstellung über die Wiener Philharmoniker enthalten ist. Besonders spannend war es im interaktiven Sonotopia-Universum. Im Virtual Reality Soundlabor können Besucher:innen virtuell-akustische Klangwesen, sogenannte Clongs, erschaffen. Digitale Lichtinstallationen mit wechselnden Farben, Formen und Klängen erschaffen beeindruckende Kunstwerke für Augen und Ohren.

Großen Gefallen fanden unsere #futurefactory-Teilnehmer:innen auch an den Schauräumen, die dem Leben und Wirken der berühmten Komponisten wie Mozart oder Beethoven gewidmet sind. Auch das Reinschnuppern als virtuelle Dirigent:innen der Wiener Philharmoniker gefiel uns sehr.

Frauen in der Musikgeschichte?!

All die vielen interaktiv-virtuellen Welten zum Mitmachen und Erforschen im Haus der Musik sind sehr einladend und informativ gestaltet. Uns fiel jedoch auf, dass von Frauen als Komponistinnen, Dirigentinnen und Musikerinnen in Orchestern wenig zu sehen ist. Frauen kommen als Ehefrauen, Partnerinnen oder Verwandte vor. Die weibliche Seite in der (klassischen) Musik(geschichte) zu beleuchten – das wäre vielleicht eine Idee für eine neue Ausstellung.

Selfie-Paradies im kaiserlichen Bling Bling

Zurück zum Ausflug – der ging nämlich am Nachmittag mit einer Besichtigung der imperialen Räumlichkeiten im Schloss Schönbrunn weiter. Jeder Raum sorgte mit exquisiten Vertäfelungen, Tapisserien und Interieur für einzigartiges (Farben)Flair. Die prunkvolle „Große Galerie“, der kaiserliche Festsaal, mit den vergoldeten Dekorationen, prächtigen Deckenfresken und großes Spiegeln war eines der beliebtesten Fotomotive. Überhaupt war die große Anzahl von wandhohen Spiegeln im Schloss ein Traum für jeden Selfie-Fan. Während die meisten Teilnehmerinnen von der exquisiten Ausstattung im Schloss schwärmten, war es für einige auch zu viel „Bling Bling“.

Kaiserliche Betten – Fun Facts

Zum Abschluss noch zwei historische „Fun Facts“ aus dem kaiserlichen Leben, die wir vor der imperialen Tour noch nicht kannten:

Fun Fact 1#: Uns kamen die Betten in den Schlafgemächern sehr kurz vor – es stellte sich heraus, dass die Menschen damals, auch die kaiserlichen, noch sitzend schliefen! Klingt nicht gerade sehr bequem.

Fun Fact 2#: Bei adeligen Familien gab es oft Stellvertreter-Hochzeiten – die Ehe per procurationem. Dabei sprang ein Vertreter des Bräutigams ein, wenn dieser nicht an der Zeremonie teilnehmen konnte. So wie bei der ersten Vermählung der österreichischen Erzherzogin Marie Louise mit dem französischen Kaiser Napoleon im Jahre 1810. Napoleon verblieb in Frankreich – die Ehe in Wien wurde im Rahmen der zeremoniellen Brautübergabe „konsumiert“, indem sich die entblößten Knie der Braut und des Stellvertreters vor einem symbolischen Ehebett berührten. Klingt ziemlich eigenartig für heutige Zeiten.

Für uns endete der Ausflug beim Weihnachtsmarkt vor dem Schloss Schönbrunn mit Baumkuchen, Maroni und Co.  

Güler Alkan, #futurefactory