Wir leben in einer Welt, in der es viele Erwartungen und viel Druck gibt. Sei es die Familie, die Gesellschaft oder wir selbst. Dabei ist es ok ist sich auch mal schlecht zu fühlen. Unsere Teilnehmerin Mishel S. hat im Deutsch-Training von Frau A. darüber geschrieben, wie es sich anfühlt alleine gelassen zu werden in der Erwachsenenwelt.
„Ich habe viel darüber nachgedacht, was ich Sinnvolles und Wirkungsvolles über die Gesellschaft sagen könnte. Aber im Moment möchte ich einfach nur meine Gefühle zum Ausdruck bringen. Ich bin so müde von all den endlosen Erwartungen, die an mich gestellt werden!

Ich bin das erste Kind, die älteste Tochter und Schwester, ein ständiges Vorbild für meine Geschwister, die größte Hoffnung meiner Mutter. Sei geduldig, sei unabhängig, zeig deinen Geschwistern, wie es gemacht wird! Du bist verantwortlich, wenn sie versagen, du bist wie eine zweite Mutter für sie, kümmere dich um sie, hilf ihnen!

Was ist mit mir?
Warum hatte ich nie die Chance, ein Kind zu sein und mein Leben als Kind zu genießen?
Warum musste ich so schnell erwachsen werden?
Warum musste ich alles selbst herausfinden, meine eigene finanzielle Unterstützung übernehmen und versuchen, diese ganze Work-Life-Balance-Situation zu verstehen?
Ich fühle mich festgefahren! Ich habe Träume, ich weiß, wer ich werden möchte, wenn ich groß bin, ich weiß, was ich studieren möchte und was ich tun muss, um meinen Traumlebensstil zu verwirklichen. Aber ich habe einfach das Gefühl, dass ich versage, dass ich nicht genug Zeit, Unterstützung und Ressourcen habe. Ich fühle mich dabei so allein.
Bin ich es, die versagt oder etwas falsch macht, oder habe ich einfach weniger Glück als andere?“
Text von Mishel S.
FF/G.A.



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