Gedanken nach dem Amnesty Besuch

Bereits vor einiger Zeit hatte ich die Möglichkeit an einem Modul bzw. Seminar von Amnesty International über Menschenrechte, Diskriminierung und Vorurteile teilzunehmen. Für mich persönlich sind diese Themen nicht so fremd, da ich aus einer Familie stamme, die schon vor mindesten zwei Generationen ihre Heimat verlassen musste aus diesen Gründen.

Ursprünglich stamme ich aus Ost-Turkestan (Zentralasien). Meine Vorfahren waren Nomaden und mussten öfter wegen ihrer Religion, Nationalität und auch wegen tausend anderen Gründen für ihre Rechte kämpfen. Daher war das Thema für mich immer sehr wichtig. Ich bzw. wir leben in Österreich “Gott sei Dank” in einer Demokratie und schätzen das öfters nicht einmal. Uns fällt es immer leichter den anderen (“Fremden”) zu diskriminieren, zu beurteilen und aus der Gesellschaft auszuschließen. Aber warum machen wir das eigentlich? Haben wir nicht aus der Vergangenheit mit ca. 80 Millionen Opfer im zweiten Weltkrieg gelernt? Oder fällt es uns leichter, einfach jemanden ohne ihn wirklich kennenlernen zu wollen, abzustempeln?

Ich finde es sehr traurig, dass man noch immer Menschen begegnet, die solche Gedanken besitzen.

Genau deswegen finde ich Organisationen wie Amnesty International einfach toll. Denn in zahlreichen Ländern haben die für sehr viele Menschen, deren Freiheit und Rechte gekämpft und auch vielleicht von vielen Menschen die Denkweise verändern können und/oder sogar Menschlichkeit erweckt. Wir leben in einer Zeit, wo jede*r nur auf sich selbst schaut, aber die Welt verändern möchte. Ich finde, man sollte beim Verändern immer bei sich selber anfangen. Den anderen tolerieren, respektieren und das Wichtigste: akzeptieren. Denn nur miteinander können wir die Welt verändern.

Wir alle haben nur diese eine Welt, auf der wir leben können und wenn wir uns gegenseitig angreifen und bekämpfen gibt es nicht nur einen Verlierer, sondern wir alle sind die Verlierer.

K.E.